Mehdorn plant schon mal den Umzug

  • Lesedauer: 2 Min.
Wann der Flughafen BER eröffnen wird, ist unklar. Doch im Amtsblatt hat der Flughafenchef Aufträge ausgeschrieben, die für eine Verlegung an den neuen Flughafen nötig sind.

Noch vor der Bekanntgabe eines Eröffnungstermins für den skandalgebeutelten Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) plant Flughafenchef Hartmut Mehdorn bereits den Umzug. Am Samstag erschien im Beiblatt zum Europäischen Amtsblatt eine Ausschreibung, in der die Flughafengesellschaft einen Lieferanten sucht, der die Verpflegung sicherstellt, wenn der Flughafen nach seiner Fertigstellung startklar gemacht wird. Noch bis nächsten Freitag läuft zudem eine weitere Ausschreibung, über die ein Umzugsunternehmen für das Mammutprojekt gesucht wird.

Für den Umzug von den beiden bisherigen Standorten Schönefeld und Tegel an den neuen Flughafen BER werde Unterstützung bei der »Planung und der Koordination« gesucht, heißt es in der Ausschreibung. Rund 1500 Lkw-Fahrten müssten geplant werden, etwa 150 Flughafennutzer seien zu koordinieren. Zudem müssten mit Behörden Absprachen zu den Transportwegen, zu Straßensperrungen und Konvois getroffen werden. Für den »operativen Umzug« stehe aber nur ein »kurzes Zeitfenster« von weniger als zehn Stunden zur Verfügung. Danach müsse der neue Flughafenstandort betriebsbereit sein.

Für die Umzugsplanung insgesamt ist dagegen ein weitaus größeres Zeitfenster mit einem riesigen Vorlauf vorgesehen. »Nach derzeitigem Planungsstand kann von einem projektbegleitenden Einsatz im Zeitraum von 53 Wochen vor und drei Wochen nach der geplanten Flughafeninbetriebnahme ausgegangen werden«, heißt es in der Ausschreibung. Der Ausführungszeitraum beginne »voraussichtlich etwa zwischen November 2014 und März 2015«. Eine Verschiebung sei aber möglich, betont die Flughafengesellschaft.

Auf das Projekt Operative Inbetriebnahme und Flughafenumzug bezieht sich auch die am Samstag veröffentlichte Ausschreibung, mit der ein Caterer für die Beteiligten gesucht wird. Der Verpflegungslieferant soll demnach während eines Zeitraums von vier bis sechs Monaten Lunchpakete, Obst, Müsli- und Schokoriegel sowie alkoholfreie Getränke liefern für zusammengerechnet zwischen 30 000 und 50 000 Personen. Die Anforderungen sind klar formuliert: Die »kalte Hauptmahlzeit« im Lunchpaket solle »regelmäßig variieren« zwischen Sandwiches, Baguettes, Bagels oder Wraps und in Vollkornvariante angeboten werden. »Sowohl vegetarischer als auch nicht vegetarischer Belag« solle zur Auswahl stehen, fordert die Ausschreibung, die noch bis zum 9. September läuft.

Die Eröffnung des Hauptstadtflughafens wurde bereits mehrfach verschoben. AFP/nd

Abonniere das »nd«
Linkssein ist kompliziert.
Wir behalten den Überblick!

Mit unserem Digital-Aktionsabo kannst Du alle Ausgaben von »nd« digital (nd.App oder nd.Epaper) für wenig Geld zu Hause oder unterwegs lesen.
Jetzt abonnieren!

Das »nd« bleibt gefährdet

Mit deiner Hilfe hat sich das »nd« zukunftsfähig aufgestellt. Dafür sagen wir danke. Und trotzdem haben wir schlechte Nachrichten. In Zeiten wie diesen bleibt eine linke Zeitung wie unsere gefährdet. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach oben zeigt, besteht eine niedrige, sechsstellige Lücke zum Jahresende. Dein Beitrag ermöglicht uns zu recherchieren, zu schreiben und zu publizieren. Zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.