Vor Frontzeck kommt Union
Fußball-Zweitligist FC St. Pauli wird gegen die Berliner noch von Interimstrio trainiert
Michael Frontzeck wird heute ab 18 Uhr vermutlich irgendwo im Millerntor-Stadion auf der Tribüne sitzen. Der neue Trainer des Zweitligisten FC St. Pauli, dessen Verpflichtung bis 2014 am Mittwoch verkündet worden war, drückt seinem zukünftigen Arbeitgeber im ausverkauften Heimspiel gegen den 1. FC Union Berlin nur passiv die Daumen. Denn vor seiner offiziellen Vorstellung am morgigen Samstag sollen erst noch die Interimstrainer Thomas Meggle, Timo Schultz und Mathias Hain den zweiten Heimsieg der Saison einfahren.
Nach der Entlassung von André Schubert vor zehn Tagen hatten die drei früheren St.-Pauli-Profis das Team bereits bei der 0:3-Pleite in Regensburg betreut. Vermutungen, dass Frontzeck vor einer Niederlage zum Einstand bewahrt werden soll, stimmen wohl nicht. »Der Fokus muss absolut auf der Partie gegen Union liegen. Die Mannschaft soll sich nur darauf konzentrieren. In nur zwei Trainingseinheiten kann man nichts bewegen«, sagte Manager Rachid Azzouzi. »Michael Frontzeck hat sich mit den Co-Trainern bereits getroffen und wesentliche Eckpunkte der künftigen Zusammenarbeit besprochen. Ein sofortiger Beginn könnte die hohe Konzentration, die die Mannschaft in den letzten Trainingseinheiten an den Tag gelegt hat, berühren.«
Frontzeck hat durch seinen Einstieg am Montag durch die Länderspielpause knapp zwei Wochen Zeit, um die Mannschaft auf das nächste Auswärtsspiel in Paderborn vorzubereiten. Vorher möchte Union die Schwächeperiode der seit vier Partien sieglosen Hamburger noch nutzen. »Ob die Situation in Hamburg uns in die Karten spielt, weiß ich nicht. Die Übergangslösung hat in Regensburg auch nicht funktioniert«, sagte Berlins Trainer Uwe Neuhaus. »Es herrscht große Unruhe, auch im Umfeld und den Medien. Wir treffen wahrscheinlich nicht auf einen Gegner, der voller Selbstbewusstsein auftreten wird.«
Trotz des Zwischenhochs der Berliner, die sich mit sieben von neun möglichen Punkten in der englischen Woche vom Tabellenkeller etwas absetzen konnten, warnt Neuhaus vor dem Gegner. »Erfahrene Spieler wie Florian Bruns, Marius Ebbers oder Fabian Boll haben einiges mitgemacht in den letzten Jahren. Sie werden versuchen, mit aller Gewalt die Wende herbeizuführen. Darauf müssen wir uns einstellen«, sagte der 52-Jährige.
Der 1. FC Union, der gestern den Vertrag mit dem 19-jährigen Björn Jopek bis 2015 verlängerte, ist allerdings bei Auswärtsspielen selbst noch nicht ins Rollen gekommen. Trainer Neuhaus konnte sich ad hoc nicht an den letzten Erfolg in der Fremde erinnern. Denn auf den 3:1-Sieg bei Alemannia Aachen am 13. März folgten acht Auswärtspartien ohne Erfolg. »Wenn man unsere letzten drei Spiele nimmt, scheint die Tendenz in die richtige Richtung zu gehen«, sagte Neuhaus. »Damit das so bleibt, verlange ich von der Mannschaft eine Heimmentalität - auch auf fremden Plätzen.«
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