Gefangen im konservativen Weltbild
Warum mit der CDU Bildungsreformen schlecht umgesetzt werden können
Die Christlich Demokratische Union (CDU) lässt auch das Jahr 2011 ohne Umsetzung nennenswerter bildungspolitischer Vorstellungen verstreichen. Zwar wollte sie mit der Abschaffung der Hauptschule grundlegende Strukturveränderungen in ihre Programmatik aufnehmen, blieb dann doch auf dem Bundesparteitag vom November weit hinter dem zurück. Dies ist nicht neu, deckt aber abermals ein Dilemma der heutigen CDU auf. Zum einen pflegt die »Merkel-CDU« hauptsächlich ihre Macht um ihrer selbst willen. Parallel dazu verlieren zunehmend konservative Werte angesichts neuer Medien und Lernforschung an Gestaltungskraft. Zum anderen fordert der Gegenstand »Bildung« immer stärker eine langfristige und nachhaltige Konzeption. Dieses Dilemma führt für die CDU zu einem grundlegenden Problem: So paradox es klingt - ihr konservatives Weltbild ist Identität und Verhängnis zugleich.
In den 1950er Jahren vertrat die Führungselite der CDU eine Bildungsidee, ...
Zum Weiterlesen gibt es folgende Möglichkeiten:
Mit einem Digital-, Digital-Mini- oder Kombi-Abo haben Sie, neben den anderen Abo-Vorteilen, Zugriff auf alle Artikel seit 1990.