Großes Gefälle bei den Müllgebühren
Kritik an Intransparenz bei Entsorgern in NRW
Düsseldorf. Je nach Wohnort zahlt der Bürger höchst unterschiedliche Summen für Grund- und Gewerbesteuern und alle möglichen anderen Abgaben. So ist es auch bei den Müll- und Abwassergebühren in NRW. Der jährliche Vergleich zeigt auch 2018 wieder eine außerordentlich große Spanne.
Laut Steuerzahlerbund führt wieder Münster die Liste der teuersten Kommunen an. Mit 564 Euro Jahresgebühr für die 14-tägige Leerung von 120-Liter-Tonnen Rest- und Biomüll knöpft die Westfalen-Metropole einem durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt demnach gut viermal mehr ab als die preiswerteste Gemeinde Dahlem im Kreis Euskirchen (122,63 Euro).
Teuerste NRW-Kommune bei der Abwassergebühr bleibt mit rund 1269 Euro pro Jahr für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt Neunkirchen-Seelscheid im Rhein-Sieg-Kreis. Hier ist die Entsorgung fünfmal teurer als im münsterländischen Reken (246,50 Euro).
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Aus Sicht des Verbands kommunaler Unternehmen vergleicht der Steuerzahlerbund Äpfel und Birnen. Bei den Abwasser- und Müllgebühren müssten unterschiedliche Leistungen, Standorte und weitere örtliche Faktoren angemessen berücksichtigt werden, sonst hinke der Vergleich. Dies betreffe etwa landschaftliche Besonderheiten und uneinheitliche Kundenstrukturen in Einfamilien- oder Hochhausgebieten.
Beim Müll sieht der Steuerzahlerbund mehrere Möglichkeiten, Geld zu sparen - wobei nicht jede der 396 Städte und Gemeinden in NRW alle bietet. Dazu zählen Abschläge für Grundstückseigentümer, die ihren Bioabfall selbst kompostieren, sowie für Ein-Personen-Haushalte oder für Familien mit vielen Kindern. Auch größere gemeinsam genutzte Nachbarschaftstonnen, billigere »Saisonbiotonnen« in den Hauptgartenmonaten sowie konsequente Müllvermeidung und -trennung können viel Geld sparen helfen.
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Gewichtigster Faktor bei den Müllgebühren sind die Kosten für die 16 Hausmüllverbrennungsanlagen sowie für das Einsammeln und den Transport des Mülls dorthin. Die Verbrennungsentgelte werden wie ein Staatsgeheimnis behandelt, kritisiert Heinz Wirz, Landesvorsitzender des Steuerzahlerbundes. »Die unterschiedlichen Kosten sollen nicht nach außen getragen werden.« Der Müllmarkt werde von wenigen Großunternehmen beherrscht. Das Bundeskartellamt prüfe derzeit, »ob bei der Abfallentsorgung ein Marktversagen vorliegt«. dpa/nd
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