Mühselig
Der Film- und Theaterregisseur Leander Haußmann wünscht sich vom Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linkspartei) Risikobereitschaft bei der Berufung eines neuen Intendanten für die Volksbühne. »Er müsste was riskieren. Es müssen nicht immer die bekannten, allseits durchgesetzten Namen sein«, sagte der 59-Jährige der »Berliner Zeitung« (Samstagsausgabe). »Die Schaubühne haben sie damals auch ein paar Dreißigjährigen überlassen, und es scheint gut zu funktionieren«, fügte Haußmann hinzu. »Voraussetzung ist ein guter Geschäftsführer, der den Laden kontrolliert und Bescheid sagt, wenn das Geld zur Neige geht.«
Er selbst würde gern kontinuierlich an der Volksbühne arbeiten, aber nicht die Leitung übernehmen, sagte Haußmann. »Natürlich würde ich mich trauen, aber ich mach’ es nicht. Ich war mal Intendant, ich weiß, was es bedeutet, im Büro zu sitzen und Schauspieler zu empfangen, die Probleme haben. Das ist mühselig.«
Chris Dercon, der Nachfolger des langjährigen Volksbühnenintendanten Frank Castorf, hatte sein Amt im April - noch vor Ende seiner ersten Spielzeit - nach heftigen Querelen aufgegeben. Das Theater wird derzeit kommissarisch von Klaus Dörr geführt, der bis 2020 bleiben soll. Haußmann hat schon mehrfach an der Volksbühne inszeniert. Im Dezember wird er dort eine neue Komödie auf die Bühne bringen: »Haußmanns Staatssicherheitstheater«. Zur Bedeutung der Volksbühne sagte der Regisseur: »Es ist ein Theater und keine Jugendherberge für Laien, die Workshops machen, es ist auch kein Ort für die freie Szene, denn die freie Szene, das sagt schon der Name, ist frei und hat nichts in den staatlich geförderten Institutionen verloren.« dpa/nd
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