Ein Superhirn als Mieter-Freund

Stimmt die Betriebskostenabrechnung? Der Mieterverein zu Hamburg bietet neuen Service an

  • Volker Stahl, Hamburg
  • Lesedauer: 2 Min.

Der Mieterverein zu Hamburg bietet den 700 000 Mieterhaushalten in der Hansestadt einen besonderen Service an: Ab sofort können sich Interessierte online mit Checks über Heiz- und Betriebskosten, Wohnungsmängel, Mietkautionen, Schönheitsreparaturen, Mieterhöhungen und die Mietpreisbremse informieren - rund um die Uhr und kostenlos.

In jüngster Zeit erreichten den Mieterverein immer mehr Anfragen per E-Mail oder über das Kontaktformular auf der Website. Weil sich heute fast alles online erledigen lässt - einkaufen, Reisen buchen oder Bankgeschäfte erledigen -, reifte bei Hamburgs größter Mietervertretung der Gedanke, Mitgliedern, aber auch Nicht-Mitgliedern, im Internet künftig einen umfassenden Service zu insgesamt sieben Alltagsproblemen rund um das Thema Wohnen und Mieten anzubieten - siehe Infokasten.

Deshalb hat der Mieterverein zusammen mit dem Unternehmen CODIAC Knowledge Engineering ein interaktives Online-Angebot ent- wickelt. Dieses ermöglicht Hilfesuchenden, ihr mietrechtliches Problem mithilfe eines Abfragesystems zu klären - ob mit dem heimischen Rechner oder unterwegs per Tablet oder Smartphone.

»Mit dem neuen Service kommt unser Verein seiner satzungsgemäßen Aufgabe nach, in Hamburg rund um das Thema Wohnen und Mieten zeitgemäß zu informieren und zu helfen«, sagte Mietervereins-Vorsitzender Siegmund Chychla bei der Präsentation des neuen Angebots. Allein durch die Prüfung der alljährlichen Nebenkostenabrechnungen könnten Hamburgs Mieter Millionen Euro sparen. »Dazu ist kein Taschenrechner nötig, das macht alles die Maschine.« Chychla betonte aber, dass die Checks zwar das Wälzen von Fachliteratur ersparten, aber keine einzelfallbezogene Rechtsberatung ersetzten. Die Checks dauern fünf bis 15 Minuten und simulieren einen Frage-Antwort-Dialog. Je nach Antwort des Nutzers führt die Software unterschiedliche Rechenoperationen durch und entscheidet mithilfe von Algorithmen, welche Frage als nächste gestellt wird. Abschließend erhalten die Nutzer einen Report mit Handlungsempfehlungen. »Hierbei geht es auch um Aufklärung und Transparenz«, sagte Paul Prieß vom Software-Entwickler CODIAC, »außerdem ist jetzt keine aufwändige Recherche mehr nötig, um wichtige Informationen um das Thema Miete zu erhalten.«

In Zukunft will der Mieterverein noch moderner werden. Zurzeit arbeiten dessen Rechtsexperten zusammen mit dem Unternehmen CODIAC an noch komplexeren Systemen. Chychla: »Ziel ist es, künftig einfache Fälle durch digitale Rechtsberatung zu lösen.« Dieser Service sei dann aber ausschließlich Mitgliedern vorbehalten.

Im Internet unter: https://online-checks.mieterverein-hamburg.de/

App »nd.Digital«

In der neuen App »nd.Digital« lesen Sie alle Ausgaben des »nd« ganz bequem online und offline. Die App ist frei von Werbung und ohne Tracking. Sie ist verfügbar für iOS (zum Download im Apple-Store), Android (zum Download im Google Play Store) und als Web-Version im Browser (zur Web-Version). Weitere Hinweise und FAQs auf dasnd.de/digital.

- Anzeige -

Das »nd« bleibt gefährdet

Mit deiner Hilfe hat sich das »nd« zukunftsfähig aufgestellt. Dafür sagen wir danke. Und trotzdem haben wir schlechte Nachrichten. In Zeiten wie diesen bleibt eine linke Zeitung wie unsere gefährdet. Auch wenn die wirtschaftliche Entwicklung nach oben zeigt, besteht eine niedrige, sechsstellige Lücke zum Jahresende. Dein Beitrag ermöglicht uns zu recherchieren, zu schreiben und zu publizieren. Zusammen können wir linke Standpunkte verteidigen!

Mit deiner Unterstützung können wir weiterhin:


→ Unabhängige und kritische Berichterstattung bieten.
→ Themen abdecken, die anderswo übersehen werden.
→ Eine Plattform für vielfältige und marginalisierte Stimmen schaffen.
→ Gegen Falschinformationen und Hassrede anschreiben.
→ Gesellschaftliche Debatten von links begleiten und vertiefen.

Sei Teil der solidarischen Finanzierung und unterstütze das »nd« mit einem Beitrag deiner Wahl. Gemeinsam können wir eine Medienlandschaft schaffen, die unabhängig, kritisch und zugänglich für alle ist.