Ablenkung durch Hetze
Velten Schäfer über die AfD und wie sie Machtkämpfe verdeckt
Gerne klagt man bei der AfD über die Medien. Doch wie man diese nutzt, um von eigener Inkompetenz abzulenken, das weiß man im blauen Führungsbunker.
Jüngstes Beispiel ist der Parteikonvent in Kassel: Nach den Chaoswochen hätte eigentlich der halbe Vorstand zurücktreten müssen, mindestens die Bundessprecher Frauke Petry und Jörg Meuthen. Sie haben ihre Partei mit der eitlen Posse um die Stuttgarter Fraktionsspaltung lächerlich gemacht. Doch das hofft man irgendwie verkleistern zu können. Und nach außen feuerte die Führung pünktlich zum Termin auf Flüchtlinge.
Nun sollen wir streiten: Was ist widerlicher und kontraproduktiver - Petrys »Vorschlag«, für abgelehnte Flüchtlinge Inselgettos einzurichten, der mit oder ohne Absicht an den einstigen Naziplan erinnert, die Juden nach Madagaskar zu bringen? Oder die verfassungswidrige »Forderung« nach einem Einwanderungsstopp für Muslime, die Vize Alexander Gauland nun aufwärmt?
Tun wir den Hetzern diesen Gefallen nicht! Reden wir stattdessen weiter über den Zustand einer Gruppierung, in der weitreichende Aussagen eine Halbwertszeit von wenigen Tagen haben. Wenn jetzt Gauland poltert, das jüngste »Sicherheitspaket« gehe nicht weit genug, widerspricht er diametral seinem Vorstandskollegen Paul Hampel. Der hatte vor wenigen Tagen derlei Vorstöße zurückgewiesen: Es reiche völlig aus, dem geltenden Recht zur Anwendung zu verhelfen. Ja, was denn nun?
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